Berg
75. JAHRESTAG DES ALPINISMUSVERBAND DES BASKENLANDES UND NAVARRAS (23-5-1999 )

Am 23. Mai 1999 begingen wir in Elgeta gemeinsam mit Tausenden von Anhängern des Bergsports den 75. Jahrestag des F.V.N.A.. Die Aktivitäten, die rund um dieses Jubiläum organisiert worden waren, hatten in Elgeta bereits eine Woche zuvor mit den Ton-Bild-Darbietungen "Die Route zum Torre Central de Paine - Patagonien", "Skitouren in den Alpen" und verschiedenen Vorträgen, etc. begonnen. Am Vorabend des Jubiläumstages füllte die Musikgruppe Oskorri das städtische Fronton von Elgeta, zweifelsohne das Vorspiel für das, was uns am nächsten Tag erwartete.
Schon am frühren Morgen begannen die fünf Wanderstöcke ihren Aufstieg nach Elgeta. Unter dem Motto "Goazen Mendirik Mendi" (Wandern wir von Berg zu Berg) hatten sie im Dezember 1998 in Vertretung der fünf territorialen Verbände, Araba, Gipuzkoa, Bizkaia, Nafarroa und Iparralde, ihre Wanderung auf den Gipfeln des Aralars aufgenommen.
Nacheinander erreichten diese fünf Wanderstöcke in Begleitung von Hunderten von Bergwanderern die asentzio-Wiesen. Am Vormittag wurde dort eine Messe abgehalten, in der insbesondere den verstorbenen Bergsteigern gedacht wurde. Nach der Messe begaben sich die dort versammelten Bergwanderer in den Ort hinunter, wo der feierlichste Teil der für diesen Tag vorgesehenen Aktivitäten begann.

Auf dem Platz von Elgeta wurden sie von den Bertsolaris Xabier Lizaso, Andoni Egaña und Ainhoa Agirreazaldegi willkommen gehießen. Im Anschluss daran ergriffen der Bürgermeister von Elgeta (Patxi Basauri) und der Präsident des Baskischen Gebirgsverbandes (Paco Iriondo) das Wort. Anschließend enthüllte Paco Iriondo die Gedenktafel zu Ehren des 75jährigen Jubiläums, die seitdem an der Fassade des Rathauses von Elgeta schmückt.
Die Tanzgruppe von Elgeta und die Gruppe "Haritz" aus Elgoibar erfreuten die Anwesenden mit verschiedenen Tänzen und der Chor von Elgeta und die Trikitilaris Oihane und Eneritz trugen mit ihren Liedern zur Unterhaltung bei. Aber zweifelsohne sollte der ergreifendste Moment des Tages noch kommen: die Ehrung einer der größten und beliebtesten Persönlichkeiten des baskischen Bergsports, XEBE PEÑA.
Während des gut besuchten Mittagessens, das im Fronton stattfand, wurden zahlreiche Personen geehrt, die eng mit dem baskischen Bergsport verbunden sind: Josetxo Uría, Pedro Udaondo, Alberto Besga, Juan Ignacio Lorente, Juanito Salazar, Amaia Aranzabal, Pili Gamuza, Juanito Oiartzabal, Iñaki San Juan und Txato Agirre.
Am Nachmittag dann, nach dem Auftritt von " Maixa eta Itziar " endete dieses große Fest, das der baskische Bergsport am Sonntag, den 23. Mai 1999 in Elgeta feierte.
Mehr als tausend Personen waren im Verlaufe dieses Tages nach Elgeta gekommen und zahlreiche Verbände der verschiedenen autonomen Gemeinschaften des spanische Staates waren ebenfalls anwesend: Die Verbände aus Andalusien, Aragonien, von den Kanarischen Inseln, aus Kastillien-Leon, Kastillien- La Mancha, Katalonien, Extremdura, Galizien, Madrid, Murcia, der Rioja, Valencia, sowie der spanische Verband.
DER PLATZ VON ELGETA

Im ganzen Baskenlad gibt es wahrscheinlich keinen Ort, an dem sich so viele Erinnerungen, so viele Zeugnisse entscheidender Ereignisse für die Gescichte des baskischen Durchquert der Besucher von Elgeta den Bogen unter dem ehemaligen Mauthaus, der den Weg zur Straße nach Elorrio öffnet, so findet er sich auf einem großen, viereckigen Platz, der von dem Rathaus dominiert wird.
Ein Gang rund um diesen Platz ist eine Reise durch die Zeit, durch die Gefühle und Geschichte der baskischen Bergkultur. In den Bogengängen des Rathauses finden sich Gedenktafeln mit der Aufschrift: Alpinismusverband des Baskenlandes und Navarras, 50. Jahrestag, 1924-1974; Alpinismusverband des Baskenlandes und Navarras, 1924-1999.
EAn einer Seitenwand des gleichen Gebäudes kann man auf einer Tafel den Namen dieses Platzes lesen: "Mendizaleen Plaza", Platz der Bergsteiger. Setzt man seinen Rundgang fort, so weckt auf der weißen Fassade der Sociedad Oskarbi, neben der Straße nach Bergara, eine weitere Tafel die Aufmerksamkeit des Besuchers.
Sie erinnert daran, dass in dieser Gemeinde 1924 der Verband mit dem damaligen Namen Alpinismusverband des Baskenlandes und Navarras gegründet wurde.
Auch wenn es paradox klingen mag, so ist doch einer der emblematischsten Orte des baskischen Bergsports nicht etwa der Gipfel eines Berges, sondern der Platz einer Ortschaft, der Platz von Elgeta. Dieser Platz trägt den Namen "Mendizaleen Plaza".
Dieser Name wurde am 1.8.1978 von der Gemeindeversammlung verabschiedet, auch wenn diese Entscheidung nichts anderes war, als eine Anpassung des 53 Jahre zuvor beschlossenen, ursprünglichen Namens "Platz des Alpinismus" an die neue Situation, in der sich das Land zu diesem Zeitpunkt befand, nämlich mitten in einem Prozess des Übergangs zur sozialen und öffentlichen Rückkehr zur baskischen Sprache, Kultur und Tradition.
Der Platz von Elgeta ist für den baskischen Bergsport die Wiege ihres Verbandes, d.h. der Ursprung der Integration in eine Bewegung, die sportliche Aktivitäten in supralokalen Vereinigungen mit nationalem Charaker organisieren und fördern, gemeinschaftliche sportliche Interessen vorantreiben und leiten konnte, wie dies für kleinere Gruppen unmöglich war. Dieses Ziel legten die Bergfreunde in aller Deutlichkeit im ersten Artikel ihrer Statuten fest, die sie sich für die Weiterentwicklung ihres neuen Verbandes gaben:
Es handelt sich um einen gemeinsamen Verband, der allen Berg- und Wandervereinen der drei Provinzen der Baskischen Gemeinschaft und Navarras übergeordnet ist und der die Aufgabe hat, sämtliche Angelegenheiten von allgemeinem Interesse im Bezug auf die Berge und die Wanderaktivitäten in der Region anzuregen, zu verwalten und zu organisieren.

Der Platz von Elgeta sticht nicht durch seine Höhe über dem Meerespiegel hervor, wohl aber durch seine geographische Lage, praktisch im Zentrum der heutigen Autonomen Gemeinschaft des Baskenlandes. Während einer Versammlung im Rathaus nahmen seinerzeit die Vertreter der einzelnen Vereine die Statuten an und unterzeichneten das Gründungsprotokoll; es wurde beschlossen, dass die neue Organisation den Namen "Alpinismusverband des Baskenlandes und Navarras" tragen solle und Antxón Bandrés wurde zum ersten Vorsitzenden ernannt.
Er war es, der vor Tausenden von Bergsteigern die Gründung des "Alpinismusverbandes des Baskenlandes und Navarras" bekanntgab.
Es liegt keine genaue Aufstellung über die Vereine vor, die an der Gründung beteiligt waren; aber nur zwei Jahre später, auf einer weiteren Vollversammlung in Elgeta, gehörten dem Verband bereits neunundsechzig Vereine an.
Nur fünf Vereine dieser langen Liste betreiben heute noch Aktivitäten, die mit dem Bergsport verbunden sind: C.D. Bilbao , Baskonia , Bilbao Alpino Club , Club Deportivo Eibar und der C.D Fortuna.
Bei jenem zweiten Treffen am 30. Mai 1926 wurde der Freundschaftspakt zwischen dem baskischen Bergsport und der Gemeine besiegelt, die dies dadurch zum Ausdruck brachte, dass sie dem Platz, der an jenem Tage erneut von den Bergfreunden "eingenommen" worden war, den Namen "Platz des Alpinisumus" gab.
Diese wiederum übergaben dem Bürgermeister eine Urkundenrolle, in der es heißt: In der ehrwürdigen und getreuen Stadt zu Elgeta soll die Wiege des Alpinisumsverbandes des Baskenlandes und Navarras stehen. In diesem Rathaus besiegelten die Gründer dieses Ereignis und ihre Verehrung der Berge. Und Elgeta feierte diese Begebenheit mit unvergesslicher Gastfreundschaft und Edelmut und verewigt sie in dem Namen seines Platzes.
Die Zeugnisse jener zweiten Vollversammlung in Elgeta zeigen deutlich, dass die Verantwortlichen dieses Verbandes ihre Verpflichtungen ernst nahmen und dass die Liebhaber der Berge fest entschlossen waren, ihre Leidenschaft weiterzuentwickeln. Der baskische Bergsport führte seine Treffen weiterhin in Elgeta durch.
Von besonderer Bedeutsamkeit war dabei das Treffen von April 1936. Aus dem Aufruf zu dieser Versammlung geht hervor, dass sich die Verbandsaktivitäten auf ein Minimum reduziert hatten. Einige Monate später, nahm der Krieg, der so vielen Leben und Hoffnungen ein Ende bereitete, den Platz von Elgeta ein und versuchte, die Beziehung, die zwischen diesem Ortes mit dem Bergsport bestand, zu zerstören, indem der Name in Plaza de España geändert wurde; ebenso war auch der Verband selbst in eine Sektion des spanischen Verbandes verwandelt worden.
Der baskische Bergsport, seines Zaubers beraubt, trifft sich jedoch 1949 erneut in Elgeta, auf seinem Platz, um das fünfundzwanzigjährige Bestehen zu begehen. Nach wenigen, außerordentlichen Treffen kehrt er dann, in seinem Verbandswesen deutlich erholt, am 19. Mai 1974 nach Elgeta zurück, als sein gemeinsames Verwaltungsorgan, damals der Baskische Bergsportverband, auf 50 Jahre Geschichte zurückblickt.
An jenem Tag wurde feierlich die Gedenktafel enthüllt, die noch heute an die Gründung des Verbandes im Jahre 1924 erinnert.
Am 23. Mai 1999 beging der Verband in Anwesenheit unzähliger Bergfreunde auf dem Platz von Elgeta ("Mendizaleen Plaza") sein 75-jähriges Bestehen. Der Baskische Gebirgsverband erlebt derzeit zweifelsohne einen der erfreulichsten Momente seiner Geschichte, denn Tag für Tag schließen sich weitere Personen dieser großen Familie an.